Neue Freie Presse
Morgenblatt
Nr. 9544. Wien, Sonntag, den 22. März 1891
0004Ed. H. In Italien kommen alljährlich 30 bis 40 neue
0005Opern zur ersten Aufführung, im vorigen Jahre (1890)
0006gab es deren sogar 54! Die meisten von ihnen rollen laut-
0007los in ein Eckloch der Theaterstatistik, um nie wieder ans
0008Licht zu kommen. Aeußerst selten ereignet es sich, daß die
0009Erstlingsoper eines unbekannten Componisten auch nur im
0010eigenen Vaterlande seinen Ruhm begründet. Die bedeutendsten
0011Tonsetzer haben sich durch mißlungene oder halbgelungene
0012Opernversuche erst zu ihren Meisterwerken durchtasten müssen.
0013„Die ersten Hunde und die ersten Opern wirft man ins
0014Wasser,“ pflegte Karl Maria Weber zu sagen. Aber mehr
0015als eine Seltenheit, ein geradezu unerhörtes Ereigniß ist es,
0016daß der erste dramatische Versuch eines jungen Italieners
0017nicht nur in ganz Italien als Meisterwerk gefeiert, sondern
0018sofort auch auf den größten deutsch en Bühnen in deutsch er
0019Sprache gegeben wird. Die „Cavalleria rusticana “ von
0020Mascagni ist in der Musikgeschichte das erste Beispiel eines
0021so raschen, fast augenblicklichen internationalen Erfolges. Wie
0022lange mußten die berühmtesten italienisch en Meister auf diese Ehre
0023warten! Rossini hatte ein Dutzend Opern geschrieben, bevor
0024sein „Tancred “ über die Alpen drang. Als Bellini durch seinen
0025„Piraten “, Donizetti durch „Anna Bolena “, Verdi durch
0026den „Ernani “ in Deutschland bekannt wurde, standen sie längst
0027in hohem Ansehen bei ihren Landsleuten. Obendrein waren
0028ihre Opern durch die italienisch en Stagiones in Wien immer
0029auf deutsch em Boden schon eingeführt und erprobt, ehe sie
0030in deutsch er Sprache förmliches Bürgerrecht bei uns er-
0031langten. Der „Cavalleria rusticana “ war allerdings der Um-
0032stand sehr förderlich, daß sie bei einer Preisvertheilung über
0033siebzig Mitbewerber gesiegt hat. Dramatische Preisaus-
0034schreibungen treiben meistentheils nur Mittelgut an die
0035Oberfläche; schon deßhalb, weil anerkannte Meister sich lieber
0036fernhalten, während alle Stiefkinder des Glückes und des
0037Talentes ihre sitzengebliebenen Partituren bei dieser Gelegen-
0038heit wieder offeriren. Es war eine neue originelle Idee des
0039Mailänd er Musikverlegers Sonzogno, nur solche Concur-
0040renten zuzulassen, welche noch niemals etwas für das Theater
0041geschrieben haben. Pietro Mascagni, ein etwas leicht-
0042sinniger Bursche von 25 Jahren, befand sich in diesem
0043Fall. Ein großmüthiger Mäcen hatte den Bäckersohn aus
0044Livorno ins Mailänd er Conservatorium gebracht. Pietro
0045langweilt das trockene Studium; er geht durch, wandert als
0046Capellmeister einer fliegenden Operntruppe von Ort zu Ort
0047und bleibt endlich in dem Städtchen Cerignola als Dirigent
0048der dortigen Stadtcapelle hängen. Das ist wichtig für seine
0049Beurtheilung. Ohne einen täglichen praktischen Verkehr
0050mit der Bühne und dem Orchester wäre die sichere, effect-
0051kundige Technik, die sein Erstlingswerk aufweist, nicht
0052erklärlich. Aus einem Zeitungsblatt erfährt Mascagni
0053zufällig von der Preisausschreibung für die beste einactige
0054Oper. In zwei Monaten hat er seine Partitur vollendet
0055und eingeschickt. Sie erhält den ersten Preis und wird in
0056Rom im Teatro Constanza unter unbeschreiblichem Jubel
0057am 18. Mai 1890 aufgeführt. Am selben Morgen noch ein
0058Namenloser, geht Pietro Mascagni als berühmter Mann zu
0059Bett. Noch sind kaum zehn Monate seit jener ersten Auf-
0060führung verflossen, und schon ist die „Cavalleria rusticana “
0061ein fester Bestandtheil des europäischen Repertoires.
0062Das Libretto der „Cavalleria rusticana “ gehört zu den
0063Glücksfällen des jungen Componisten. Die dramatische Kraft
0064und die außerordentliche Popularität des gleichnamigen Volks-
0065stück s von Giovanni Verga haben der Oper mächtig vor-
0066gearbeitet. Diese ist auch bezüglich des Textes ein Unicum.
0067Von einem ländlichen Singspiel in einem Act erwartet Jeder-
0068mann eine heitere oder idyllische Handlung. Die „Cavalleria
0069rusticana “ ist ein kleines Trauerspiel, eine richtige Dorf-
0070tragödie mit wilden Leidenschaften und blutigem Ausgang.
0071In einem sicilianisch en Dorfe hat der junge Gastwirth
0072Turriddu , ehe er zu den Soldaten eingereiht wurde, ein
0073kokettes schönes Mädchen, Lola , geliebt. Vom Heer zurück-
0074gekehrt, findet er sie als das Weib des Fuhrmanns Alfio und
0075sucht Trost in den Armen der ihn leidenschaftlich liebenden
0076Santuzza . Lola weiß jedoch den Turriddu wieder in ihre Netze
0077zu locken. Er stößt Santuzza von sich, die nun, von Eifersucht
0078getrieben, dem Alfio das sträfliche Verhältniß seines Weibes
0079zu Turriddu verräth. Alfio rächt sich an dem Räuber seiner
0080Ehre, indem er ihn im Messerkampf tödtet. Dies Alles ge-
0081schieht am Ostersonntag im Verlauf des Gottesdienstes, vor
0082der Kirche. Die von Herrn Oskar Berggrün verfaßte
0083deutsch e Uebersetzung gehört zu der schleuderhaftesten Markt-
0084waare. Daß sie auch praktisch geradezu unbrauchbar ist, be-
0085weist der nothgedrungene Vorgang der Opern-Directionen
0086von Hamburg , Dresden und Wien , welche Berggrün ’s
0087Uebersetzung total umarbeiten mußten. Hier wird thatsächlich
0088ein ganz anderer Text gesungen, als der des gedruckten
0089Librettos. Herr Berggrün hat seine Unfähigkeit als Uebersetzer
0090bereits an Samara’s Oper „Flora mirabilis “ bewiesen,
0091welche eine Blüthenlese, eine wahre Flora miserabilis an
0092Schnitzern darbietet. Herrn Berggrün ’s Methode ist sehr einfach.
0093Er macht eine rohe metrische Uebertragung und schreibt nun
0094ruhig Silbe unter Note in die Partitur, unbekümmert, ob
0095der musikalische Accent dazu stimmt oder nicht. Gleich in
0096dem allerersten Worte des Einleitungschors, „Orangen“,
0097legt er auf die erste Sylbe O den Nachdruck. Es macht sich
0098reizend, wenn ein halbdutzendmal gesungen wird: „O—rangen
0099duften, die Lerche singt; jetzt ist Zeit für Jedermann, fröh-
0100lich zu singen das süße Lied!“ Eine andere classische Berg-
0101grün iade ist der Refrain: „Niemand froher sein kann —
0102als ein wack’rer Fuhrmann!“ Schon seine Titel-Ueber-
0103setzung „Ländliche Ritterlichkeit “ mit dem häßlichen Gleich-
0104klang in der Mitte beider Wörter verräth den Mangel an
0105musikalischem Gehör. Daß eine Opernübersetzung erstens gut
0106deutsch und zweitens richtig musikalisch sein muß, scheint der
0107Mann nie gehört zu haben. Zum Glück kann Herr Son-
0108zogno , welcher die Theater zwingt, das Berggrün ’sche
0109„Deutsch “ an der Kasse zu verkaufen, nicht auch die Künstler
0110verhalten, es zu singen.
0111Aus der Musik zur „Cavalleria “ spricht unverkennbar
0112ein frisches, energisches und ehrliches Talent. In unserer
0113musikalisch talentarmen Zeit konnte es nicht ausbleiben, daß
0114der Jubel über diese neue Erscheinung alle Besinnung
0115verlor und nicht selten in eine Art Messias-Anbetung aus-
0116schlug. Diese den Widerspruch herausfordernden Uebertrei-
0117bungen, von denen ein Beispiel später citirt werden soll,
0118dürfen uns trotzdem nicht irremachen. Ein so allgemeiner
0119und spontaner großer Erfolg ist niemals ohne zureichenden
0120Grund. Die Eigenthümlichkeit Mascagni ’s ließe sich vielleicht am
0121kürzesten damit bezeichnen, daß er durchaus national italienisch
0122und doch zugleich europäisch modern ist. Nirgends verleugnet er
0123den Italiener. Der Charakter seiner Melodien, ihr Vor-
0124herrschen vor der Begleitung, die sinnenfällige Rhythmik,
0125die Schlußphrasen der leidenschaftlicheren Gesänge — Alles
0126italienisch . Hingegen herrschen in der „Cavalleria “ modernere
0127Anschauungen bezüglich des Dramatischen. Die Musik ent-
0128wickelt sich streng scenisch, ohne die alte Arien-Schablone und
0129die alten, lästigen Wortwiederholungen. Durchaus einheitlich, [2]
0130aus Einem Gusse geformt, enthält sie keine bloßen Lücken-
0131büßer, keinen Passagen- und Trilleraufputz, keine wider-
0132sinnigen Effecte. Die Harmonie wie die Orchestrirung lassen
0133deutsch en und französisch en Einfluß durchblicken, aber keine
0134directe Nachahmung Wagner ’s; den Hörer bedrückt weder
0135die Tyrannei der Leitmotive noch der unendlichen Melodie.
0136Die Sonne der Nibelungen hat auch jenseits der Alpen
0137manchen wagner isirenden Componisten ausgebrütet, der —
0138wie Halm ’s Ingomar nach dem Ausspruche von Robert
0139Prutz — „lieber ein Lump auf Griechisch ist, als ein honetter
0140Tektosage“. Mascagni gehört nicht zu diesen. Er ist eine
0141ursprüngliche Natur, wenngleich, meines Dafürhaltens, kein
0142bahnbrechendes Genie, das eine geschichtliche Furche zieht.
0143Worin sein Talent sich am stärksten und augenfälligsten zeigt,
0144das ist das unmittelbare, sichere Treffen der Stimmung in
0145jeder Scene, wie des dramatischen Ausdrucks im Einzelnen.
0146Eine starke Sinnlichkeit und leidenschaftliches Temperament
0147durchglühen die ganze Oper, welche von Anfang bis zu Ende nicht
0148blos interessirt, sondern packt. Wie düster, unheimlich drohend
0149schleicht die Fis-moll-Einleitung zu der ersten Scene zwischen
0150Santuzza und Lucia ; wie schauerlich ergreifend pocht das
0151tiefe Es der Bässe bei dem Ausrufe Lola ’s: „O Gott , das
0152Unglück naht!“; wie angstvoll aufgescheucht schwirren die
0153Violinen, als Turriddu vor seinem Todesgange nach der
0154Mutter ruft! Gar mancher treffliche Zug von feiner oder
0155energischer Charakteristik wäre hier anzuführen. Ja, man
0156könnte in dieser Oper vortrefflich Alles nennen, was im
0157weiteren Sinne das Gebiet der musikalischen Conversation
0158streift, mehr der aufgeregten Rede und Gegenrede angehört,
0159als dem eigentlichen Gesange. Rein musikalisch hingegen ist
0160mir die Erfindung Mascagni ’s zwar ansprechend, frisch, aber
0161keineswegs reich oder originell erschienen. Melodien von jener
0162schönen, unverwischbaren Prägung, wie sie aus den besseren
0163Opern von Bellini , Donizetti , Verdi hervorglänzen, wird
0164man in der „Cavalleria “ schwerlich namhaft machen. Wenn
0165man den dramatischen Heißsporn Mascagni speciell als
0166„Melodien-Krösus “ feierte, ist man im ersten Rausche zu
0167weit gegangen. Man sehe sich die Melodien an, die als solche
0168in der Oper selbstständig auftreten und wirken: das (auch
0169in der Ouvertüre vorkommende) Andante appassionato
0170Santuzza ’s: „Nein, Turriddu , o bleibe!“, die Serenade
0171Turriddu ’s, Alfio ’s Rache-Allegro in F-moll, das Gebet
0172„Preisen laßt uns den Herrn“ und Aehnliches — Neuheit,
0173Originalität wird man ihnen nicht nachrühmen können. Die
0174reizendste, zugleich einfachste und natürlichste Melodie ist das
0175Stornello der Lola , ein Volkslied, wie man ihrer hundert in
0176Italien hören oder in italienisch en Volksliedersammlungen
0177finden kann. Nicht viel besser als mit diesen pathetischen und
0178sentimentalen Gesängen steht es mit den lustigen — sie ent-
0179behren der Originalität, aber auch der Natürlichkeit, und
0180suchen diesen Mangel (dessen sich der Componist wahrschein-
0181lich bewußt ist) durch eine erzwungene, scharfe Charakteristik
0182zu verdecken. Das Fuhrmannslied mit seiner Molltonart
0183und den heftig rückenden Modulationen straft Alfio ’s Ver-
0184sicherung: „Ich bleibe doch stets froh“, Lügen; es ist nicht
0185„froh“, sondern aufgeregt, wild, trotzig. Natürlichen, frisch-
0186quellenden Frohsinn vermisse ich auch in dem Trinklied Tur-
0187riddu ’s, das erst im Refrain durch den hübschen Rhythmus
0188von drei zu drei Tacten sich wirksam aufschwingt. Und der
0189Eingangschor, athmet er wirklich die naive Sonntagslustigkeit
0190der Dorfbewohner oder nicht vielmehr den glühenden Hauch
0191einer aufgeregten Wahlversammlung?
0192Daß den Hörer manche Melodie entzückt, die an sich
0193weder besonders neu noch vornehm ist, kommt großentheils
0194auf Rechnung der wirksamen Instrumentation. Mascagni
0195ist ein Meister der Orchestrirung; er übt diese Meisterschaft
0196in der Regel als echter Künstler, mißbraucht sie aber auch
0197häufig zu rein materiellen Effecten. Gleich die Ouvertüre
0198gewinnt uns durch ihre Klangschönheit. Leider hat der Com-
0199ponist sich durch Meyerbeer ’s Beispiel (in „Dinorah “) zu
0200dem falschen Effecte verleiten lassen, mitten in der Ouver-
0201türe, hinter dem Vorhange, Turriddu seine Serenade singen
0202zu lassen. Die Serenade gehört auf die Bühne, vor Lola ’s
0203Fenster. Durch Klangschönheit entzückt auch das berühmte
0204Orchester-Intermezzo, in welchem ein mächtig anschwellendes
0205Unisono der Violinen sich mit Harfen-Accorden und Orgel-
0206tönen zu einer Art Sphärenmusik verflößt. Vor-
0207trefflich versteht sich Mascagni auf die Beredtsam-
0208keit der einzelnen Instrumente. Er bringt da mit-
0209unter auch seltenere, vornehmere Instrumental-Effecte, womit
0210nicht gesagt sein soll, daß er sie zuerst erfunden hat. Die
0211wiederholten leisen Schläge auf die große Trommel (im
0212Finale, gleich nach der Herausforderung) hat Verdi für
0213den Ausdruck schwüler Beklemmung bereits in der Sterbe-
0214scene der Desdemona verwendet, ja früher schon im „Rigo-
0215letto “. Der schöne Effet der vereinzelten tiefen Harfentöne,
0216welche in dem „Intermezzo“ die Dominante und Tonika (g, c)
0217anschlagen, stammt von Boito aus dem Duett Faust ’s mit
0218Gretchen . Die bedenkliche Seite von Mascagni ’s Instrumen-
0219tirung ist das Getöse, der betäubende Lärm, in dem er sich
0220häufig gefällt. Darin geht er über Verdi hinaus und ver-
0221kehrt den Frohsinn lustiger Dorfbewohner in den Aufruhr
0222einer Revolutions-Scene. Um das „Fuhrmannslied“ zu
0223accompagniren, arbeiten alle Blechinstrumente, Pauken, große
0224und kleine Trommel und Becken eifrig zusammen. Geschmack-
0225los ist das häufige Verdoppeln der Gesangsmelodie durch
0226Posaunen, noch geschmackloser die Nothzüchtigung der Po-
0227saunen zu raschen, figurirten Stellen, wie in dem ersten Chor
0228und in Alfio ’s Lied. Unsere Hoffnung, Mascagni ’s viel-
0229gerühmtes reformatorisches Verdienst werde sich auch in einer
0230Veredlung und Mäßigung des unerträglich angewachsenen
0231Orchesterlärms äußern, ist getäuscht worden.
0232Wie verhält sich die neue Oper zu Verdi? In einer
0233eben erschienenen und nach allen Seiten hin verschickten
0234Broschüre: „Zur Erklärung der Cavalleria rusticana “ wird
0235jeder musikalische Zusammenhang Mascagni ’s mit Verdi
0236rundweg geleugnet. Der Verfasser, ein Herr Pudor, dessen
0237Aufsätze sich durch einen sehr starken Ton des Selbstgefühls
0238auszeichnen, nennt die Cavalleria rusticana „das erste
0239Werk der neuen Zeit“, „die erste musikalische
0240Offenbarung“, „ein Werk, das noch die ganze musi-
0241kalische Welt erschüttern wird“! An diese kleinen
0242Schmeicheleien knüpft Herr Pudor die Behauptung, Mascagni
0243habe mit Verdi gar nichts gemein. Bei Verdi sei
0244Alles nur „Gefühls-Raffinement, Gefühls-Renommage, Ge-
0245fühlsheuchelei, seine Musik pomphaft, aber innerlich hohl etc.“
0246Nur Jemand, der Verdi nicht kennt, kann so sprechen. Verdi
0247war niemals ein Gefühlsheuchler; auch was uns in seinen
0248Opern übertrieben und roh erscheint, hat er aufrichtig so
0249empfunden und unbefangen herausgesagt. Ob Mascagni ihn
0250übertreffen werde, das mögen seine künftigen größeren Werke
0251darthun; in der „Cavalleria “ erreicht er keineswegs die
0252Melodienfrische, die Originalität, die unerschöpfliche Erfindung
0253Verdi ’s. Er enthält sich nur mancher Geschmacklosigkeiten des
0254früheren Verdi , und dies verdankt er der Zeit, den musikalisch
0255veränderten Anschauungen der Zeit, in welcher er aufwuchs;
0256er verdankt es zum großen Theile Verdi selbst, dessen „Aïda “
0257und „Otello “ ihre Spuren in die „Cavalleria “ unver-
0258kennbar eingedrückt haben. „On est toujours le fils de [3]
0259quelcun,“ sagt Beaumarchais . Auch Mascagni ist nicht vom
0260Himmel gefallen, und als sein musikalischer Vater kann
0261schlechterdings nur Verdi bezeichnet werden. Von Verdi hat
0262die italienisch e Oper, hat speciell Mascagni die leidenschaft-
0263liche Spannung, die mächtigen Steigerungen, die Musik
0264„welche Blut zieht“. Von dem jungen Verdi hat er die
0265lodernde Sinnlichkeit, von dem alten die declamatorische Prä-
0266gung. Und wie so manche melodische und harmonische Wen-
0267dung dazu? Klingt nicht gleich die Serenade in der Ouvertüre
0268Verdi sch? Ist nicht Turriddu ’s A-moll-Satz: „Lass’ mich,
0269Santuzza !“ mit seinem Triolengeklopfe Verdi sch? Und
0270Alfio ’s wüthendes F-moll-Allegro (im Duett mit Santuzza ),
0271und die banalen Unisonos in dem Duett zwischen Turriddu
0272und Santuzza — sind sie nicht Verdisch?
0273Ueber die enthusiastische Aufnahme der neuen Oper und
0274die von Director Jahn so meisterhaft geleitete vorzügliche
0275Aufführung wurde bereits gestern in Kürze berichtet. Herr
0276Müller hat als Turriddu einen wohlverdienten großen
0277Erfolg erzielt. Er darf diese schwierige und anstrengende
0278Rolle zu seinen allerbesten zählen. In Maske, Mimik und
0279Action verkörperte er vollständig den durch inneren Zwist
0280verstörten, leidenschaftlichen Sicilianer. Die Gewalt der Si-
0281tuation und der Musik riß Herrn Müller zu lebendigerem
0282Spiele hin, als wir in der Regel an ihm gewohnt sind;
0283den rührenden Abschied von der Mutter sang und spielte er
0284mit ergreifender Wirkung. Gleich stürmischen Beifall fand
0285Fräulein Schläger als Santuzza . Sie war voll Feuer und
0286Leidenschaft; leider verleitet sie die Rolle zu häufiger Ueber-
0287anstrengung ihrer Höhe, die also forcirt nicht mehr gut klingt.
0288Auch würde es ihre im Ganzen so gelungene Leistung
0289noch verschönern, wenn sie das kreischende Parlando bei
0290Turriddu ’s Abgang in die Kirche mäßigen und das zwei-
0291malige, sehr unschöne Hinfallen vermeiden möchte. Einmal
0292am Schluß der Oper, wäre uns dieser Anblick ganz genügend.
0293Ein Sonnenstrahl in dem düsteren Gewölk dieser Tragödie
0294ist die Lola von Fräulein Forster; man kann für Auge
0295und Ohr nicht schöner sorgen. Vortrefflich bewährt sich Herr
0296Neidl als Alfio , sehr tüchtig, wie immer, Frau Kaulich
0297in der kleinen Rolle der Lucia . Nachdem auch von Seite des
0298Orchesters und des Chors, wie der scenischen Ausstattung
0299die höchsten Ansprüche erfüllt waren, konnte der große Erfolg
0300der „Cavalleria rusticana “ auch in Wien nicht zweifelhaft sein.
Name (alt) | Rossini, Gioacchino |
---|---|
Lebensdaten | 1792-1868 |
Beschreibung |
|
GND | 118602985 |
WIKIDATA | Q9726 |
PMB | 2652 |
OEML | musik_R/Rossini_Giachino |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Lebensdaten | 1732-1799 |
---|---|
Beschreibung |
|
GND | 118507850 |
WIKIDATA | Q70326 |
PMB | 10857 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Lebensdaten | 1791-1864 |
---|---|
Beschreibung |
|
GND | 118581945 |
WIKIDATA | Q105237 |
PMB | 8931 |
OEML | musik_M/Meyerbeer_Giacomo |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Lebensdaten | 1835-1900 |
---|---|
Beschreibung |
|
GND | 117065641 |
WIKIDATA | Q337528 |
PMB | 7998 |
OEBL | oebl_J/Jahn_Wilhelm_1835_1900 |
OEML | musik_J/Jahn_Wilhelm |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Name (alt) | Berggrün |
---|---|
Lebensdaten | 1842-1903 |
Beschreibung |
|
GND | 127520643 |
WIKIDATA | Q102431178 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Werk |
|
---|---|
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Name (alt) | Münch-Bellinghausen, Eligius Franz Joseph von |
---|---|
Lebensdaten | 1806-1871 |
Beschreibung |
|
GND | 118720074 |
WIKIDATA | Q78939 |
PMB | 5591 |
OEBL | oebl_M/Muench-Bellinghausen_Eligius-Franz-Josef_1806_1871 |
OEML | musik_M/Muench-Bellinghausen_Eligius |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Werk |
|
---|---|
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Lebensdaten | 1840-1922 |
---|---|
Beschreibung |
|
GND | 118626558 |
WIKIDATA | Q271814 |
PMB | 65017 |
Überprüft | einmalig |
Weitere Details |
Werk |
|
---|---|
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Werk |
|
---|---|
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Lebensdaten | 1855-1939 |
---|---|
Beschreibung |
|
GND | 130208450 |
WIKIDATA | Q98923898 |
PMB | 114910 |
OEBL | oebl_K/Kaulich_Louise_1855_1939 |
OEML | musik_K/Kaulich_Familie |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Name (alt) | Margarete; Margarethe; Gretchen |
---|---|
Werk |
|
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Lebensdaten | 1858-1926 |
---|---|
Beschreibung |
|
GND | 1019425024 |
WIKIDATA | Q55679850 |
PMB | 100441 |
OEBL | oebl_N/Neidl_Franz_1858_1926 |
OEML | musik_N/Neidl_Franz |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Lebensdaten | 1842-1918 |
---|---|
Beschreibung |
|
GND | 118513028 |
WIKIDATA | Q219491 |
PMB | 6357 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Lebensdaten | 1836-1920 |
---|---|
Beschreibung |
|
GND | 117476331 |
WIKIDATA | Q534354 |
OEBL | oebl_S/Sonzogno_Edoardo_1836_1920 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Name (alt) | Samara |
---|---|
Lebensdaten | 1861-1917 |
Beschreibung |
|
GND | 124252990 |
WIKIDATA | Q381436 |
PMB | 41213 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Name (alt) | Pudor, Hanns |
---|---|
Lebensdaten | 1865-1943 |
Beschreibung |
|
GND | 11630734X |
WIKIDATA | Q96349 |
PMB | 114434 |
Überprüft | einmalig |
Weitere Details |
Name (alt) | Donizetti, Gaëtano |
---|---|
Lebensdaten | 1797-1848 |
Beschreibung |
|
GND | 118526731 |
WIKIDATA | Q101698 |
PMB | 6837 |
OEBL | oebl_D/Donizetti_Gaetano_1797_1848 |
OEML | musik_D/Donizetti_Brueder |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Lebensdaten | 1859-1910 |
---|---|
Beschreibung |
|
GND | 116859113 |
WIKIDATA | Q598737 |
PMB | 103421 |
OEBL | oebl_S/Schlaeger_Antonie_1859_1910 |
OEML | musik_S/Schlaeger_Antonie |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Lebensdaten | 1801-1835 |
---|---|
Beschreibung |
|
GND | 118655191 |
WIKIDATA | Q170209 |
PMB | 6211 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Lebensdaten | 1866-1921 |
---|---|
Beschreibung |
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GND | 116404086 |
WIKIDATA | Q1331797 |
PMB | 95875 |
OEBL | oebl_F/Forster-Brandt_Ellen_1866_1921 |
OEML | musik_F/Forster_Ellen |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Name (alt) | Turriddu |
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Werk |
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Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Werk |
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Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Werk |
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Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Lebensdaten | unbekannt (6. Jhdt. v.u.Z.) |
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Beschreibung |
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GND | 119505266 |
WIKIDATA | Q184462 |
PMB | 146648 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Lebensdaten | 1840-1909 |
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Beschreibung |
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GND | 117590681 |
WIKIDATA | Q94874541 |
OEBL | oebl_M/Mueller_Georg_1840_1909 |
OEML | musik_M/Mueller_Georg |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Name (alt) | Freigedank; Widmann |
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Lebensdaten | 1813-1883 |
Beschreibung |
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GND | 118594117 |
WIKIDATA | Q1511 |
PMB | 13024 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Lebensdaten | 1813-1901 |
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Beschreibung |
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GND | 118626523 |
WIKIDATA | Q7317 |
PMB | 13007 |
OEBL | oebl_V/Verdi_Giuseppe_1813_1901 |
OEML | musik_V/Verdi_Giuseppe |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Lebensdaten | 1816-1872 |
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Beschreibung |
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GND | 11859687X |
WIKIDATA | Q86152 |
PMB | 161759 |
Überprüft | einmalig |
Weitere Details |
Werk |
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Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Lebensdaten | 1863-1945 |
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Beschreibung |
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GND | 118782428 |
WIKIDATA | Q181894 |
PMB | 12198 |
OEML | musik_M/Mascagni_Pietro |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Name (alt) | Dieu; Dio; Gott Vater; Herr; Seigneur |
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Beschreibung |
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Werk |
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GND | 4021662-7 |
WIKIDATA | Q190 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Name (alt) | Weber, Karl Maria von |
---|---|
Lebensdaten | 1786-1826 |
Beschreibung |
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GND | 118629662 |
WIKIDATA | Q154812 |
PMB | 4182 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Alternativname | Griechenland |
---|---|
Land | GR, Greece |
Typ | A, country, state, region,... |
Geonames | 390903 |
GND | 4022047-3 |
WIKIDATA | Q41 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Land | IT, Italy |
---|---|
Typ | P, city, village,... |
Geonames | 3179075 |
GND | 4454735-3 |
WIKIDATA | Q30024567 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Alternativname | Italien |
---|---|
Land | IT, Italy |
Typ | A, country, state, region,... |
Geonames | 3175395 |
GND | 4027833-5 |
WIKIDATA | Q38 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Typ | L, parks,area, ... |
---|---|
Geonames | 6255148 |
GND | 4015701-5 |
WIKIDATA | Q46 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Land | DE, Germany |
---|---|
Typ | P, city, village,... |
Geonames | 2935022 |
GND | 4012995-0 |
WIKIDATA | Q1731 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Land | DE, Germany |
---|---|
Typ | A, country, state, region,... |
Geonames | 2921044 |
GND | 4011882-4 |
WIKIDATA | Q183 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Alternativname | Rom; Ewige Stadt |
---|---|
Land | IT, Italy |
Typ | P, city, village,... |
Geonames | 3169070 |
GND | 4050471-2 |
WIKIDATA | Q220 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Alternativname | Mailand |
---|---|
Land | IT, Italy |
Typ | P, city, village,... |
Geonames | 3173435 |
GND | 4037100-1 |
WIKIDATA | Q49295412 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Land | IT, Italy |
---|---|
Typ | P, city, village,... |
Geonames | 3174659 |
GND | 4114431-4 |
WIKIDATA | Q49280661 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Land | DE, Germany |
---|---|
Typ | P, city, village,... |
Geonames | 2911298 |
GND | 4023118-5 |
WIKIDATA | Q1055 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Alternativname | Frankreich |
---|---|
Land | FR, France |
Typ | A, country, state, region,... |
Geonames | 3017382 |
GND | 4018145-5 |
WIKIDATA | Q142 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Alternativname | Sicilien; Sizilien |
---|---|
Land | IT, Italy |
Typ | T, mountain,hill,rock,... |
Geonames | 2523118 |
GND | 4055193-3 |
WIKIDATA | Q4951156 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Typ | T, mountain,hill,rock,... |
---|---|
Geonames | 2661786 |
GND | 4001328-5 |
WIKIDATA | Q1286 |
Überprüft | einmalig |
Weitere Details |
Alternativname | Vindobona |
---|---|
Land | AT, Austria |
Typ | P, city, village,... |
Geonames | 2761369 |
GND | 4066009-6 |
WIKIDATA | Q1741 |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Autor(en) | |
---|---|
Alternativtitel | Othello |
GND ID | 300166028 |
Digitalisat | vorhanden |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Autor(en) | |
---|---|
Alternativtitel | Die Nibelungen; Nibelungen-Cyklus; Nibelungenlied; Nibelungenring; Nibelungen-Ring; Nibelungendichtung; Ring der Nibelungen |
GND ID | 300170319 |
Digitalisat | vorhanden |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Autor(en) | |
---|---|
GND ID | 4400983-5 |
Digitalisat | vorhanden |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Autor(en) | |
---|---|
GND ID | 30004531X |
Digitalisat | vorhanden |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Autor(en) | |
---|---|
Alternativtitel | Dinorah oder Die Wallfahrt nach Ploërmel; Dinorah, oder: Die Wallfahrt nach Ploërmel |
GND ID | 300425902 |
Digitalisat | vorhanden |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Autor(en) | |
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Alternativtitel | Aïda |
GND ID | 300164971 |
Digitalisat | vorhanden |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Autor(en) | |
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Alternativtitel | Tankred; Tancred |
GND ID | 300132867 |
Digitalisat | vorhanden |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Autor(en) | |
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GND ID | 1305193946 |
Digitalisat | vorhanden |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Autor(en) | |
---|---|
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Autor(en) | |
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Alternativtitel | Sicilianische Bauernehre; Ländliche Ritterlichkeit |
GND ID | 300099819 |
Digitalisat | vorhanden |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Autor(en) | |
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Alternativtitel | Hernani |
GND ID | 300165447 |
Digitalisat | vorhanden |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Autor(en) | |
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Alternativtitel | Die Piraten; Der Pirat; Il pirato |
GND ID | 300017901 |
Digitalisat | vorhanden |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
Autor(en) | |
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GND ID | 300166222 |
Digitalisat | vorhanden |
Überprüft | mehrfach |
Weitere Details |
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Bäckerstraße 13
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