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Neue Freie Presse
Morgenblatt
Nr. 5582. Wien, Samstag, den 13. März 1880

[1]

Hofoperntheater.


0002Ed. H. Mit einer Art Verlegenheit gehen wir heute
0003daran, von den jüngsten Leistungen des Hofoperntheaters zu
0004berichten. Ein ergiebiges Material scheint sich einladend vor
0005uns auszubreiten, das jedoch, wie der Schatz im Märchen,
0006unter den Händen des begierig Zugreifenden zu Asche zer-
0007stäubt. Wir — d. h. die bedauernswerthen Kritiker, die
0008deligirten Ohren der Oeffentlichkeit — haben jetzt in Einer
0009Woche mehr Opern anzuhören, als sonst in einem Monate:
0010durchschnittlich sieben. Jeder Abend bringt irgend ein Gast-
0011spiel; täglich hören wir neue Leute in alten Opern. Da ist
0012zuerst Herr Nachbaur aus München, der Tenorist mit der
0013silbernen Rüstung. Den Zweck seines Gastspiels vermögen
0014wir nicht recht einzusehen. Da unsere drei Tenoristen, auch
0015zwei, für das gegenwärtige Repertoire ausreichen, so könnte
0016nur eine ungewöhnliche künstlerische Individualität, wie die
0017Niemann’s, die Berufung eines fremden Tenors motiviren.
0018Herr Nachbaur hat niemals die Sympathien unseres Publi-
0019cums besessen, vielmehr bei jedem neuen Gastspiele eine so
0020stetig abnehmende Anziehungskraft bewährt, daß diese zuletzt
0021in der „Komischen Oper“ — fast schon ihrem Gegentheile
0022gleichsah. Sein Organ, dem Kraft und echter Tenorklang
0023nicht abzusprechen ist, hatte für unsere Empfindung jederzeit
0024eine unedie Beimischung, etwas schnarrend Prahlerisches.
0025Die Zeit hat ihm jetzt nicht nur die jugendliche Frische,
0026sondern auch die volle Sicherheit der Intonation in anhal-
0027tend hoher Lage genommen. Für Rollen wie George
0028Brown und Herzog Richard (im „Maskenball“) fehlt 
0029es Herrn Nachbaur überdies an Anmuth und Liebenswür-
0030digkeit; in beiden Partien ist ihm Herr Walter wie Herr
0031Müller überlegen. Relativ am günstigsten präsentirte sich
0032Herr Nachbaur als Lohengrin; die Beliebtheit der Oper
0033schien Herrn Nachbaur, der es an gut declamirten Stellen
0034und wärmeren Momenten nicht fehlen ließ, hier zu statten
0035zu kommen. Von mäßigem Wuchs, sah er doch in der be-
0036rühmten silbernen Rüstung gut aus; lieber wäre es uns
0037freilich gewesen, er hätte Silber in der Kehle und Blech um
0038die Hüften gehabt. Es ist sehr möglich, daß wir Herrn Nach-
0039baur zu streng beurtheilen; auch der Kritiker, wenn er über-
0040angestrengt wird, kann einmal falsch singen. Wir kennen Herrn
0041Nachbaur’s langjährige Beliebtheit in München und respec-
0042tiren sie. Jedes Publicum gewöhnt sich durch stetigen langen
0043Verkehr an die Eigenheiten und Mängel eines ihm gleichsam
0044angetrauten Sängers; es hat ihn in seiner besten Jugend-
0045kraft liebgewonnen und bemerkt nicht so schnell, wie wir
0046Fernstehenden, den allmäligen Niedergang dieser Kraft und
0047ihre zunehmenden Launen. Herr Nachbaur besitzt werthvolle
0048Vorzüge genug, um sein heimisches Publicum noch lange zu
0049fesseln — neue Eroberungen dürften ihm, in Wien wenig-
0050stens, kaum mehr bevorstehen.


0051Als zweiten Gast an unserer großen Opern-Table
0052d’hôte stellen wir dem Leser Fräulein Anna Riegl vor,
0053gleichfalls vom Münchener Hoftheater. Sie ist dem Wiener
0054Publicum als eine Sängerin von solider Schule und bedeu-
0055tender Kehlenfertigkeit bekannt. Vor einigen Jahren noch er-
0056schien uns ihr Aussehen wie ihre Stimme leidend und
0057schmächtig. Seither hat Fräulein Riegl’s Gestalt sich zu
0058kräftigster Fülle entfaltet — aber die Stimme ist dünn ge-
0059blieben und macht jetzt als winzige Bewohnerin so stattlicher
0060Räumlichkeiten einen noch hilfloseren Eindruck. Im ersten
0061und zweiten Finale von Verdi’s „Maskenball“, wo der Page 
0062als einzige Frauenstimme die Melodie breit und kräftig zu
0063führen hat, blieb Fräulein Riegl’s Organ ganz ungenügend.
0064Auch fehlte ihr die natürliche Munterkeit und schalkhafte
0065Grazie für diese Pagenrolle. Außerdem sang Fräulein Riegl 
0066auch noch die Königin in den „Hugenotten“, ohne glänzende
0067Wirkung, doch mit anständigem Erfolge. Das ist nicht genug [2]
0068für unsere Ansprüche, noch für die der gastirenden jungen
0069Sängerin. Wem also soll dies Gastspiel nützen? Es ist eine
0070der vielen Verlegenheits-Maßregeln, durch welche sich das
0071übereilte Engagement der Coloratur-Sängerin Grossi noch
0072immer rächt. Um Fräulein Grossi zu gewinnen, konnte Di-
0073rector Jauner die liebenswürdige, jetzt schmerzlich entbehrte
0074Tagliana gar nicht schnell genug loswerden; man en-
0075gagirte hier Fräulein Grossi für schweres Geld gleich auf
0076drei Jahre, und zahlte ihr nach einem Vierteljahre abermals
0077schweres Geld, damit sie nur wieder zu singen aufhöre.


0078War das Engagement der Grossi ein Fehler gewesen,
0079so ist es ihre überstürzte Entlassung nicht weniger. Man
0080opfert in keinem wohlgefügten Organismus eine unentbehr-
0081liche Kraft, bevor man einen Ersatz für sie wahrnimmt.
0082Fräulein Grossi, der Niemand eine bedeutende Coloratur-
0083Fertigkeit und schöne Bühnenerscheinung absprechen kann,
0084wurde bekanntlich als Doña Elvira im „Don Juan“ —
0085also in einer ihrem Fache gar nicht zugehörigen Rolle — vom
0086Publicum sehr mißliebig behandelt. Seit diesem Augenblicke
0087durfte Fräulein Grossi nicht mehr auftreten. Damit beging
0088der Director unseres Erachtens ein doppeltes Unrecht: ein-
0089mal gegen die arg gedemüthigte Sängerin — schwach war sie
0090doch kein Bösewicht — sodann gegen seine eigene Autorität,
0091gegen sich selbst, der ja Fräulein Grossi für drei Jahre en-
0092gagirt hatte. Daß sie geistlos sang und nicht immer ganz
0093rein — mein Gott, wenn das jeder Sängerin den Kopf
0094kosten sollte . . . wir wollen den Satz lieber nicht vollenden.
0095Die Direction wartete also mit Fräulein Grossi’s Enthebung
0096nicht bis zum Eintreffen der Bianchi, die Folge war, daß
0097manche schwer zu entbehrende Oper eine zeitlang gar nicht
0098gegeben werden konnte, später und noch jetzt nur mittelst
0099einer wilden Jagd von Gastspielen. Ab und zu wurde Frau
0100Schuch-Proska aus Dresden herbeitelegraphirt, jetzt
0101Fräulein Riegl aus München, nach dieser Frau Koch 
0102aus Hannover und — so weiter.


0103Hoch über das Niveau der jetzt alltäglich werdenden
0104Gäste erhebt sich die Gestalt der Lucca, deren rettende
0105Hand gar oft schon das festgerannte Schiff unserer Hofoper 
0106flott gemacht. Aber wie wenig verstand man die Anwesenheit
0107und Bereitwilligkeit der genialen Künstlerin auszunützen!
0108Keine einzige neue Oper wurde mit und wegen ihr studirt;
0109von älteren Werken nur Mozart’s „Così fan tutte“, das
0110der köstlichen Despina wegen durch unmäßige Wiederholungen
0111vor der Zeit abgenützt wurde. Daneben ein- oder das
0112anderemal „Carmen“ oder die „Lustigen Weiber“, das war
0113Alles. Jetzt, knapp vor ihrer Abreise, gab Frau Lucca 
0114wenigstens noch die Aïda, die sie zuletzt, vor vier Jahren,
0115italienisch gesungen hatte; sie war damals beiweitem nicht
0116so gut bei Stimme wie jetzt, wo sie die Partie vollständig,
0117ohne die früher angebrachten zahlreichen Striche und
0118Punktirungen singt. Die Partie der Aïda gehört zu den vor-
0119wiegend lyrischen, passiven, auch stark auf sinnliche Klang-
0120schönheit berechneten, steht also nicht in jenem engeren
0121dramatischen Kreise, in welchem die Lucca mit ihren eigen-
0122thümlichsten Kräften schafft und herrscht. Trotzdem weiß
0123Frau Lucca auch diese Rolle schön und bedeutend zu ge-
0124stalten. Gleich ihr erstes Auftreten wäre ein lehrreiches
0125Studium für junge dramatische Sängerinnen, welche zwischen
0126gleichgiltigem Hinstarren und heftiger Bewegung selten einen
0127Mittelweg kennen. Der Stellung Aïda’s entsprechend, ver-
0128harrt die Lucca fast unbeweglich während des ersten Actes,
0129aber ihr Auge spricht so beredt, daß wir sie auf keinem Mo-
0130ment der Theilnahmslosigkeit ertappen. Höchst ausdrucksvoll
0131singt und spielt sie besonders das Duett mit Amonasro im
0132dritten und das Schlußduett im vierten Acte. In dem Ges-
0133dur-Satze dieses Duetts: „Leb’ wohl, o Erde!“ wünschten
0134wir nur das willkürlich lange Aushalten der zweiten Note
0135(F) bedeutend verkürzt; es müssen doch selbst solche, leider
0136vielbeliebte Eigenmächtigkeiten ihre Grenze haben. Wenn eine
0137Autorität wie Pauline Lucca diese Grenzen respectirte, sie
0138würde ein folgenreiches gutes Beispiel geben. So gibt sie
0139als Tactverächterin ein schlechtes. Eine vorzügliche Aïda, wäre
0140Frau Lucca, wie wir glauben, eine noch bedeutendere
0141Amneris. Von den beiden Frauenrollen ist Amneris die
0142schärfer ausgeprägte Figur, die psychologisch interessantere
0143und dankbarere. Ihre große Scene im vierten Acte (das 
0144Duo mit Radames und der folgende Monolog) bedeutet
0145vielleicht das Beste in der „Aïda“; von der Lucca darge-
0146stellt, müßte sie den Gipfelpunkt der ganzen Oper bilden.
0147Wenn wir an die gewöhnliche Aïda und Amneris des Hof-
0148operntheaters denken, diese zweistimmig tremolirende Lang-
0149weile, so möchten wir freilich wünschen, die Lucca könnte
0150beide Rollen zugleich singen.


0151Den ganzen Winter hindurch waren die Gastspiele in
0152Permanenz: die Lucca, Schuch, Bianchi — eine
0153Dreieinigkeit, die man sich gern gefallen läßt. Aber unsere
0154Ueberzeugung von der Schädlichkeit dieser gehäuften Gast-
0155spiele stößt auch sie nicht um. Wir sagen damit nichts
0156Neues. Die fortwährenden Gastspiele untergraben das har-
0157monische Ensemble der Bühne, sie stumpfen das Publicum
0158ab und disgustiren die einheimischen Sänger, welche sich nach-
0159gerade selbst für eine Art Gäste im eigenen Hause ansehen,
0160jeden Augenblick gewärtig, neuen Reisenden den Platz zu
0161räumen. Die operistische Gastwirthschaft entmuthigt aber nicht
0162blos unsere Sänger, sondern gleicherweise die Orchester-Mit-
0163glieder. Jede Rolle eines neuen Gastes macht eine Orchester-
0164probe nöthig; unsere Musiker, die meistentheils auf einen
0165Nebenerwerb durch Lectionen angewiesen sind, müssen somit
0166auch ihre Vormittage dem Operndienste opfern und werden
0167dadurch begreiflicherweise müde und mißlaunig. Keinem Auf-
0168merksamen dürfte entgangen sein, daß unser berühmtes
0169Orchester in jüngster Zeit mitunter recht unrühmlich accom-
0170pagnirte; wer kann den braven Musikern unter solchen Ver-
0171hältnissen einige Zerstreutheit und Abspannung verübeln?
0172Die Zumuthung, demnächst auch in Nachmittags-Vorstellungen
0173mitzuwirken, erbittert sie vollends. Wir sind fest überzeugt,
0174daß die für Sonntag anberaumte Nachmittags-Vorstellung
0175in der Oper nur eine ganz ausnahmsweise Finanz-Operation
0176für den unersättlichen „Pensionsfonds“ sein könne und die
0177einzige bleiben müsse. Zur Gewohnheit dürfte sie nicht
0178werden, ohne den Nimbus eines Hofoperntheaters (der ohne-
0179hin durch Exotica wie „Kurmärker und Picarde“, „Aus der
0180Heimat“ u. dgl. ein wenig angetastet erscheint) nachdrücklich
0181zu gefährden.

[3]


0182Der Lichtblick dieser ganzen Saison war unstreitig die
0183Mozart-Festwoche. Wenn wir sie mit gebührendem Lobe
0184feierten, so behielten wir doch ein unausgesprochenes Be-
0185dauern zurück, daß unsere reichdotirte Hofoper nicht zu
0186Stande gebracht habe, was einfache Stadttheater wie Leipzig,
0187Hamburg und andere vermochten: die Besetzung der
0188Mozart’schen Opern mit durchaus eigenen Kräften.
0189Wir gaben diesem Bedenken gerne die Wendung, daß es der
0190Hofopern-Direction offenbar um eine ausnahmsweise glän-
0191zende Aufführung zu thun und darum die Berufung von
0192drei fremden Primadonnen (Lucca, Schuch, Bianchi) unver-
0193meidlich war. Nun sind aber zwei Monate verflossen seit
0194jener Mozartfeier, und noch immer vermag die Wiener Hof-
0195oper mit Ausnahme der ohnehin zurückgelegten „Titus“ und
0196Idomeneo“ kein einziges Mozart’sches Werk 
0197ohne Beihilfe von Gastspielen aufzuführen! Wir haben keine
0198Constanze und kein Blondchen, keine Königin der Nacht 
0199und keine Zerline, keine Susanna und keine Despina — ja
0200sogar den Sarastro und Leporello muß uns jetzt ein Gast
0201(Herr Siehr) besorgen. Durch contractmäßige und extem-
0202porirte Urlaubs-Bewilligungen wird überdies der Personal-
0203stand unserer Oper fortwährend incomplet erhalten. Zu
0204diesen schweren künstlerischen Uebelständen, die uns
0205hier allein kümmern, gesellt sich natürlich noch die schwere
0206finanzielle Last, welche die fortwährende Berufung
0207fremder, meist kostspieliger Gäste verursacht.


0208Es wäre hohe Zeit, endlich mit unseren einheimischen
0209Kräften auch eine neue Oper zu geben. Die einzige wirklich
0210neue Bekanntschaft, die wir in dieser Saison dem Hofopern-
0211theater verdanken, ist (oder war vielmehr) Massé’sPaul
0212und Virginie“, ein unsäglich schwaches Werk, welches die
0213Mühe des Einstudirens nicht lohnte. An Versprechungen und
0214Mittheilungen über alle erdenklichen, „jetzt in Vorbereitung
0215befindlichen“ Novitäten fehlt es freilich nicht. Wie oft muß-
0216ten wir im Laufe dieses Winters lesen: „Man probirt im
0217Hofoperntheater eifrig Auber’sVerlorenen Sohn“ oder
0218Hofmann’sAennchen von Tharau“, oder Donizetti’s 
0219Maria di Rohan“, oder Riedel’sRitterschlag“, oder gar
0220Cherubini’sMedea“ u. s. w. Merkwürdigerweise folgt 
0221aber nach einiger Zeit regelmäßig die beruhigende Nachricht,
0222die Proben zum „Verlorenen Sohn“, zur „Maria di Rohan“,
0223zu „Aennchen von Tharau“, zum „Ritterschlag“, zur
0224Medea“ u. s. w. seien wieder eingestellt. Zugegeben, daß
0225Unpäßlichkeiten und andere Zufälle den besten Plan vor-
0226übergehend stören können, es soll doch aber ein fester Plan
0227überhaupt vorliegen. Das Burgtheater ist auch nicht gefeit
0228gegen Erkrankungen seiner Mitglieder, und doch — mit welch
0229langer Vorhersicht werden da Novitäten vorbereitet, mit
0230welcher Pünktlichkeit zum bestimmten Termine aufgeführt!
0231An arbeitsamer, oft fieberhafter Thätigkeit fehlt es wahrlich nicht
0232im Opernhause, und die rührigste Persönlichkeit ist ohne Frage
0233Director Jauner selbst. Unermüdlich waltet er auf der
0234Bühne, wie im Bureau. Er scheut die Reisebeschwerden nicht,
0235auch wo er sich füglich davon dispensiren dürfte. Er reiste
0236nach Hamburg, um sich den sehr fragwürdigen „Nero“ von
0237Rubinstein anzuhören, und reist sogar (wie wir in den Blät-
0238tern lesen) nach Italien, um den gar nicht fragwürdigen,
0239sondern einfach lächerlichen „Mefistofele“ von Boito zu sehen.
0240Erfreulicher würde uns die Nachricht klingen, Director
0241Jauner reise, um ein paar ausgezeichnete Sängerinnen für
0242Wien zu gewinnen. Man würde hier gar zu gerne wieder
0243einmal eine vortreffliche Euryanthe, Rezia, Elsa, eine Aïda,
0244eine Fides hören, die an die schönen vergangenen Zeiten des
0245Hofoperntheaters erinnern. Wenn es richtig ist, daß die Di-
0246rection mit den gegenwärtigen Darstellerinnen dieser Rollen
0247neue fünfjährige Contracte abzuschließen beabsichtigt, so kann
0248sie auf eine weitere fünfjährige Theilnahmslosigkeit des Publi-
0249cums mit ziemlicher Sicherheit zählen; namentlich wenn sie
0250überdies auch noch Anfängerinnen mit Rollen betraut, denen
0251sie in keiner Weise gewachsen sind. Wir verzeichnen diese
0252nicht allgemein willkommenen Bemerkungen unbesorgten
0253Muthes. Unsere Leser wissen, daß wir keineswegs zu den
0254Gegnern der Hofopern-Direction, überhaupt nicht zu den
0255passionirten Tadlern und Mißvergnügten gehören. Mit wahrer
0256Andacht haben wir oft und lange dem ununterbrochenen
0257lieblichen Geklapper der Hofopernmühle zugehört; unser
0258bescheidener Wunsch geht nur dahin, jetzt auch einmal das
0259Mehl zu sehen.