Neue Freie Presse
Morgenblatt
Nr. 6230. Wien, Samstag, den 31. December 1881
0002Ed. H. Die Wohlthätigkeits-Akademien folgen einander
0003zahlreich — fast zu reichlich, fürchten wir, denn selbst ein so
0004mildthätiges und musikliebendes Publicum, wie das Wiener,
0005kann endlich müde werden, zu zahlen und Concerte zu hören.
0006Nur wenn ein gefeierter Name, wie Pauline Lucca, um-
0007geben von den auserlesensten Kräften, sich an die Spitze
0008stellt, ist ein bedeutender Erfolg zu hoffen. In der That
0009hat auch die von Frau Lucca veranstaltete Matinée im
0010großen Musikvereinssaale einen sehr namhaften Unterstützungs-
0011beitrag für die durch das jüngste Brandunglück Betroffenen
0012geliefert. Die Matinée selbst begann allerdings sehr düster: zu An-
0013fang die Trauer-Symphonie aus Wagner’s „Siegfried“, so-
0014dann ein den Brand des Ringtheaters behandelnder Prolog,
0015als dritte Nummer ein Lied, das die Verzweiflung eines
0016verlassen umherirrenden Waisenkindes schildert. Zu den kleinen
0017Unglücken, die jedes große Unglück nach sich zu ziehen pflegt,
0018gehören bekanntlich auch die Gelegenheitsgedichte, die uns,
0019wo es nur halbwegs angeht, vordeclamirt werden. Eine
0020rühmliche Ausnahme machte der Prolog von Max Kalbeck,
0021den Herr Sonnenthal vortrug; ein gedankenreiches Ge-
0022dicht, warm und ungekünstelt in der Empfindung, muster-
0023haft in der Form. Großen Beifall fand eine Composition
0024von Julius Sulzer, „Die Waise“, die — mehr Scene als
0025Lied — gerade durch ihre dramatische Färbung dem
0026glänzenden Talente der Lucca entgegenkam und durch das-
0027selbe zu starker Wirkung gelangte. Eine junge Pianistin,
0028Fräulein Marie Majewska, spielte mit schönem Anschlag
0029und feiner Passagentechnik zwei Solopiecen: eine Mazurka
0030von Chopin, die nicht in den großen Concert-
0031saal paßt, und eine Tarantella von Liszt, die —
0032ein Wettstreit von Hackmesser- und Spieluhr-Effecten —
0033nach unserem Geschmacke gar nirgends hin paßt. Fräu-
0034lein Bianchi leerte das ganze Füllhorn ihrer erstaun-
0035lichen Coloratur in den bereits gehörten „Variationen über
0036ein Mozart’sches Thema“ von G. Schmidt aus, und zwei
0037ausgezeichnete Mitglieder unseres Operntheaters, Müller
0038und Bignio, errangen diesmal als Liedersänger den lauten
0039Beifall der Hörerschaft. Schließlich wurde uns noch das sel-
0040tene Vergnügen, Frau Lucca und Fräulein Bianchi zu-
0041sammen zu hören, was glücklicherweise in keinem Trauerliede
0042geschah, sondern in dem anmuthigsten aller Zwiegesänge: dem
0043Duett Susanna’s mit der Gräfin aus „Figaro’s Hochzeit“.
0044Dreitheilig gestaltete sich eine Wohlthätigkeits-Vorstellung
0045im Hofoperntheater: als Concert, Spieloper und
0046Ballet. Gegen Concert-Productionen auf der Opernbühne
0047haben wir wiederholt unsere Bedenken geäußert; der jüngste
0048Versuch hat letztere abermals gerechtfertigt, es war die helle
0049Langweile in Frack und Schleppkleid. Jeder Act aus einer
0050beliebigen Oper hätte anregender gewirkt. Wieder spielte
0051Fräulein Majewska eine Nocturne von Chopin und eine
0052Polonaise von Liszt, von denen ungefähr dasselbe gilt, was
0053wir oben gelegentlich der Lucca-Matinée geäußert; nur klin-
0054gen dergleichen Claviersächelchen im Opernhause noch weit
0055nüchterner, als im Musikvereinssaale. Eine eigenthümliche Angst
0056ergreift uns jedesmal, wenn ein junger Herr mit einem Vio-
0057loncell erscheint und, dasselbe zwischen die Beine geklemmt, sich
0058auf einem Stuhle häuslich einrichtet. Herr Hegyesi (geborener
0059Spitzer) war diesmal der junge Herr, der uns mit dem vir-
0060tuosen Vortrag eines entsetzlichen Concerts von Romberg
0061„erfreute“. Ja, das ist derselbe Romberg, der einst in Berlin
0062nach dem Anhören eines der schönsten Beethoven’schen
0063Quartette die Frage an Spohr richtete, wie man denn solches
0064Zeug spielen könne? Herr Hegyesi hatte uns in dieser
0065redseligen Composition seine bedeutende Bravour standhaft
0066bewiesen und gezeigt, wie man mit vieler Kunst und An-
0067strengung Dinge auf dem Violoncell herausbringen kann, die
0068jede Geige leicht und besser wiedergibt. Er erntete verdienten
0069Beifall, und damit hätte es gut sein können. Aber daß wir
0070noch zwei Violoncell-Solos genießen mußten, ein lamen-
0071tables und ein brillantes, das hatte das Publicum für so viel
0072Wohlthätigkeit nicht verdient. Zwei melodiöse, dankbar gesetzte
0073Lieder von Wilhelm Jahn, hübsch vorgetragen von Herrn
0074Sommer, waren noch das Beste, obgleich eine Arie mit
0075Begleitung des Orchesters (das ja vollzählig zu Herrn Som-
0076mer’s Füßen saß) gewiß dem Orte anpassender gewesen wäre.
0077Das Publicum schien aufzuleben, als sich der Vorhang wieder
0078hob und die kleine Spieloper von Adolphe Adam: „Die
0079Nürnberger Puppe“, ihren lustigen Anfang nahm. Wir haben
0080diese in ihrer Anspruchslosigkeit liebenswürdige Operette, die
0081nur von dem Marschir- und Exercir-Terzett an zu lang
0082wird, bereits im Theater an der Wien mit Fräulein Bianchi
0083in der Hauptrolle gesehen. Wie dort, so entfesselte die vir-
0084tuose Leistung Fräulein Bianchi’s auch im Hofoperntheater
0085einen Sturm von Beifall. In diese unter der Last von
0086Coloraturen sich biegende Partie noch den geschmacklosen
0087Walzer von Benzani einzulegen, scheint uns mindestens
0088recht überflüssig. Fräulein Bianchi fand sehr lobenswerthe
0089Unterstützung in den Herren Horwitz, Mayerhofer
0090und Schittenhelm; es war erfreulich, drei Opernsänger
0091neben einander als gute Schauspieler wirken zu sehen.
0092Herr Alfred Grünfeld, der unter beifälliger Mit-
0093wirkung der Sängerin Fräulein Lola Beeth ein sehr gut
0094besuchtes Concert gab, ist unseren Lesern als ausgezeichneter
0095Bravourspieler längst so gut bekannt, daß eine neuerliche
0096Würdigung seines Clavierspiels überflüssig sein dürfte. Hin-
0097gegen ist die erfolgreiche Production des Gesanglehrers Herrn
0098Gottdank mit seinen Schülerinnen im Salon Ehrbar
0099zu erwähnen, wobei die junge Baronesse Baum als Colo-
0100ratur-Sängerin ungewöhnliches Aufsehen erregte und Herr
0101Emil Weeber als Pianist verdienten Beifall fand.
0102Das wichtigste musikalische Ereigniß, das uns heute zu
0103besprechen obliegt, ist das neue Clavierconcert von Brahms
0104in B-dur, das uns der Componist selbst im Philharmonischen
0105Concert vom 26. December vorführte. Weihnachtsaufführun-
0106gen, Weihnachtsgeschenke waren auch 1876 und 1877 die
0107erste und die zweite Symphonie von Brahms — möge er
0108diese glücklich wieder aufgenommene Gewohnheit fernerhin
0109aufrechterhalten. Was Brahms den Wienern diesmal an
0110den Christbaum gehängt, ist eine Perle der Concert-Literatur.
0111Product glücklicher Inspiration und reifster Meisterschaft,
0112wird dieses neue Clavierconcert die Bewunderung der Kenner
0113erregen, wie die Freude jedes musikalisch Empfänglichen. Das
0114bewies der außerordentliche Erfolg dieses Werkes am 26. d.,
0115ein Erfolg, wie ihn Brahms selbst mit seinen besten Com-
0116positionen hier kaum zuvor errungen hat. Das B-dur-Concert
0117ist in strengerem Sinne, als dies auch von anderen Concerten
0118behauptet wird, eine große Symphonie mit obligatem Clavier.
0119Es verdient diese Bezeichnung nicht blos mit Rücksicht auf
0120die ungewöhnliche Anzahl von vier Sätzen (statt der üblichen
0121drei), sondern noch mehr wegen vollständigen Durchdrin-
0122gung des Orchesters mit der Clavierstimme, welche auf jeden
0123Monolog verzichtet und nur mit wenigen Tacten Solo in [2]
0124jedem Satze heraustritt, durchwegs als Erster unter Eben-
0125bürtigen. Mit einem einfachen, aber ungemein gestaltungs-
0126fähigen und prägnanten Motiv beginnt das Waldhorn allein
0127den ersten Satz, ein Allegro non troppo im Viervierteltact.
0128Dieses knappe Hauptmotiv entwickelt im Verlaufe des gan-
0129zen Satzes einen ungeahnten Reichthum, nicht etwa nach den
0130trockenen Recepten einer schulmäßigen Kunst, sondern in
0131lebendigem Blühen und Wachsen. Bewußte Kraft und heiterer
0132überlegener Ernst bilden den Grundton dieses ausgeführtesten
0133aller vier Sätze. Es folgt der kürzeste und energischeste Satz
0134des Concerts, ein wild aufschäumendes Allegro passionato
0135(d-moll, Dreivierteltact), kein eigentliches Scherzo, aber dessen
0136Stelle vertretend, worin eine fast verwegene Bravour sich
0137kampflustig tummelt. Ein gesangvolles Violoncell-Solo leitet
0138den dritten Satz, ein Andante in B-dur, Sechsvierteltact,
0139ein; das Clavier gönnt ihm Zeit, sich auszubreiten, und
0140windet dann um so reichlicher die zierlichsten Tonguirlanden
0141um den Gesang des Orchesters. Das Stück gehört nicht zu
0142jenen grüblerischen, düsteren Andantesätzen Brahms’, in
0143deren geheimnißvoller Tiefe uns (mit Schumann zu spre-
0144chen) „das Grubenlicht ausgeht“, sondern zu dessen sel-
0145tenerer zweiter Art von serenadenhaft lieblichem Charakter.
0146Der letzte Satz (Allegro moderato, B-dur, Zweiviertel-
0147tact) erscheint mir als der Gipfel des Ganzen, jedenfalls
0148wird er es durch die unmittelbarste, hinreißende Wirkung
0149auf das Publicum. Sein anmuthiges, melodiös abgeschlosse-
0150nes Hauptthema, welches den Hörer sofort schmeichelnd ge-
0151fangennimmt, findet ein charakteristisches Gegenstück in dem
0152gleichfalls gesangvollen zweiten Thema in A-moll, dessen
0153zärtlich klagende Weise auf ein ungarisches Volkslied hin-
0154weist. In Einem ununterbrochenen goldenen Fluß strömt
0155dieses Finale fort bis zum raschen Abschlusse.
0156Mit diesen dürftigen Andeutungen ist wenig gesagt und
0157doch schon zu viel. Reine Instrumental-Musik läßt sich nicht
0158nacherzählen, und je gewissenhafter man es versucht, desto
0159deutlicher wird uns die Unmöglichkeit, eine bestimmte Musik
0160in den engen Ring einer Beschreibung oder eines Bildes
0161einzufangen. Einige allgemeinere Bemerkungen über das
0162jüngste Werk von Brahms dürften den Leser vielleicht besser
0163orientiren. Es ist eine naheliegende Wahrnehmung, daß
0164Brahms’ neues zweites Clavierconcert sich zu seinem ersten
0165in d-moll ungefähr verhalte, wie dessen zweite Symphonie
0166zur ersten. Während das d-moll-Concert und die C-moll-
0167Symphonie von dem düstern Feuer schmerzlicher Leidenschaft
0168erglühen, ein großartiges, aber auch beängstigendes Schau-
0169spiel bietend, blicken wir beruhigt, erfreut in die sanfte grüne
0170Landschaft, welche die zweite Symphonie und das zweite Con-
0171cert vor uns ausbreiten. Mit jener gewitterschwülen Stim-
0172mung der beiden erstgenannten Werke verband sich eine theil-
0173weise Unklarheit, eine Verschüttung des musikalischen Gedan-
0174kenganges, die den Hörer übermäßig anstrengte und abspannte,
0175indem sie ihn zwischen herrlichen Aussichtspunkten immer
0176wieder auf unheimlich räthselhaften Pfaden festhielt. Diese
0177Musik schien nur selten frei auszuathmen und sprach mehr
0178mit sich selbst, als zu den Menschen. Im Gegensatze zur
0179ersten Symphonie erschien uns die zweite nicht blos versöhnt
0180und freundlich im Gemüthe, sondern auch musikalisch klarer,
0181einleuchtender. Dasselbe läßt sich noch nachdrücklicher von
0182dem neuen B-dur-Concerte behaupten, das, ohne an die
0183großartige Tragik des d-moll-Concertes zu rühren, dasselbe
0184doch an Faßlichkeit, Farbenreichthum und reiner Schönheit
0185übertrifft — fast möchte ich sagen: an allseitiger musika-
0186lischer Vollendung. Diejenigen, welche in der ersten Sym-
0187phonie den „echteren“ Brahms erblicken, werden auch zu
0188Gunsten des ersten Concertes anführen, daß Brahms darin
0189mehr Er selbst sei, als in dem zweiten. Nach meiner Em-
0190pfindung ist der jetzige Brahms eben so echt und Er selbst,
0191als der frühere, wenn auch etwas anders. Er ist im Laufe
0192der Jahre nicht nur sicherer und klarer in seiner Kunst ge-
0193worden, sondern auch glücklicher im Leben. Das klingt durch
0194seine Musik durch, gerade wie die umgekehrte Schicksals-
0195wandlung sich in Beethoven’s Production offenbart. Brahms
0196spielte sein erstes Clavierconcert (Op. 15) zuerst in Leipzig
01971859; es liegen zwischen diesem und dem zweiten (Op. 83)
0198volle 22 Jahre und die Veröffentlichung von nicht weniger als
019963 Werken. Damals kämpfte Brahms mit allen Bitternissen des
0200Lebens; die ersten Enttäuschungen und Schicksalsschläge hagelten
0201auf den Jüngling nieder, der einer Riesenkraft bedurfte, um
0202angesichts der hohen Mission, die ihm Schumann vor
0203aller Welt angewiesen, nicht zaghaft zusammenzubrechen. Dem
0204Brahms von heute ist in schönem Maße zu Theil geworden,
0205was er damals entbehrte und ersehnte; ohne die kleinste
0206Untreue gegen sich selbst zu begehen, ist er nicht blos ein
0207großer, sondern ein verehrter und geliebter Künstler worden,
0208ein verehrter und geliebter Mensch. Daher jener glückliche
0209und beglückende warme Sonnenschein, der nunmehr aus der
0210Musik von Brahms hervorbricht und dessen sie nie entbeh-
0211ren möge.
0212Wenn wir von Klarheit und leichtfaßlichem Zusammen-
0213hange des B-dur-Concertes sprechen, so wird kein mit Brahms
0214Vertrauter uns mißverstehen — wir messen mit dem Maß-
0215stabe Brahms’scher Musik. So quellenfrisch ursprünglich
0216wie ein Concert von Mozart oder Beethoven, so
0217reizvoll schmeichelnd wie Mendelssohn’s G-moll- oder
0218Schumann’s A-moll-Concert fließt uns das neue
0219Brahms’sche keineswegs ins Ohr. Man kennt ja seine
0220Art: „zugeknöpfte Musik“, wie sie Jemand genannt hat.
0221Wenn nun auch dem musikalisch erfahrenen Hörer allmälig
0222das Aufknöpfen gelingt oder wenn Brahms es zeitweilig selbst
0223besorgt, wie in dem B-dur-Concert — etwas Anderes bleibt es doch
0224immer, wenn Einer, wie Mozart oder Schubert, von Haus aus „auf-
0225geknöpft“ uns mit freundlich dargebotener Hand entgegenkommt.
0226Brahms ist eine unverrückbar fest und sicher in sich ruhende
0227Individualität, ernst, wahr und vornehm bis zur Schroffheit,
0228eine Künstlernatur, die niemals ihren Kern, kaum ihre
0229Schale mehr ändern wird. Seine melodische Erfindung ist,
0230wie man weiß, nicht so reich und mächtig wie seine har-
0231monische und contrapunktische Kunst, seine Sinnlichkeit nicht
0232so entwickelt wie sein Verstand, seine Musik mehr gedanken-
0233tief und leuchtend, als gefühlvoll und wärmend. Das sind
0234wesentliche Charakterzüge, ohne welche Brahms überhaupt
0235nicht zu denken ist, also auch nicht sein neuestes Concert.
0236Einen fertigen, großen Künstler zu irgend einer Abweichung
0237von seinem eigensten Wesen einladen zu wollen, wäre ebenso
0238anmaßend als nutzlos. So oft man dem herrlichen Franz
0239Schubert zurufen möchte: Laß’ dich nicht gar so bequem und
0240gemüthlich gehen, fasse dich jetzt energisch zusammen! —
0241ebenso oft möchte man Brahms zureden: Laß’ dich doch
0242freier und leichter gehen, lege für ein Stündchen die Rü-
0243stung ab und dich selbst ins duftige Gras! Der Eine würde
0244dies ebensowenig, selbst mit dem besten Willen, vermögen
0245wie der Andere. Eine Eigenschaft, die Brahms’ neues Con-
0246cert mit den edelsten Werken unserer Classiker gemein hat [3]
0247— sie steht freilich nicht bei allen Hörern in Gunst —
0248sei noch hervorgehoben: Dasselbe ist reine Musik und gibt
0249keinen Anhaltspunkt für poetisches Nach- und Hineindichten.
0250Niemand wird in dieser Composition ein bestimmtes Gefühl,
0251eine Situation, ein Bild musikalisch ausgedrückt finden.
0252Vielmehr ist Alles rein musikalisch gedacht, nur von einer
0253einheitlich gehobenen Stimmung durchströmt, die ebenso weit
0254von tiefem Schmerz als von jubelndem Entzücken entfernt
0255ist. Hier wie in seinen meisten Kammermusiken hält sich
0256Brahms in einem juste-milieu der Empfindung, einem
0257mittleren Temperaturgrad, in welchem seine außerordentliche
0258Gestaltungskraft am besten zu gedeihen scheint. Wenn Tieck
0259in seiner vielcitirten Strophe „Süße Liebe denkt in Tönen“
0260den Nachdruck auf „in Tönen“ legt, so schiebt ihn
0261Brahms auf das Wort denkt. Möge er nun von süßer
0262Liebe oder von was immer angeregt worden sein, Musik
0263wird im schönsten Sinne ein Denken in Tönen, ein Denken,
0264das die Wärme und den poetischen Schwung nicht ausschließt.
0265Wenn wir durchaus ein „Gefühl“ namhaft machen sollten,
0266welches sich in Brahms’ neuem Concert unverkennbar ausspricht,
0267so wäre es das angenehme Gefühl, neue gute Gedanken zu
0268haben. Auf all dies Gute und Neue, insbesondere auf die
0269überraschenden Wendungen, durch welche das Concert bei
0270stets einheitlicher Haltung so stark und eigenthümlich wirkt,
0271kann ein Feuilleton unmöglich eingehen. Gelegentlich einer
0272zweiten Aufführung und nach Erscheinen der Par-
0273titur möchten wir wol eine kleine Nachlese halten.
0274Pianisten werden über den Reichthum an originellen Clavier-
0275Effecten staunen und sich wahrscheinlich manchen Finger daran
0276verstauchen, denn das Concert gehört zu dem Schwierigsten,
0277das ein moderner Virtuose sich nur wünschen kann. Es stellt
0278aber auch dem Orchester eine sehr bedeutende Aufgabe, und
0279nicht genug des Rühmlichen können wir Herrn Hanns
0280Richter und seiner philharmonischen Schaar nachsagen
0281über die Meisterschaft, mit welcher sie diese Aufgabe lösten.
0282Mit Brahms, der am Clavier einen seiner besten und
0283rühmlichsten Tage hatte, theilte das Philharmonische Orchester
0284das Verdienst der vollendeten Ausführung. Danken wir
0285Beiden für die Bereicherung unseres Musiklebens mit einem
0286Tonwerke, das, zur Enthüllung immer neuer Schönheiten
0287und immer neuen Genusses berufen, einer langen Jugend
0288entgegenblüht.
| Name (alt) | Litz |
|---|---|
| Lebensdaten | 1811-1886 |
| Beschreibung |
|
| GND | 118573527 |
| WIKIDATA | Q41309 |
| PMB | 8679 |
| OEBL | oebl_L/Liszt_Franz_1811_1886 |
| OEML | musik_L/Liszt_Familie |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1803-1856 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 11864372X |
| WIKIDATA | Q189544 |
| PMB | 117218 |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Name (alt) | Gräfin Almaviva |
|---|---|
| Werk |
|
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1840-1909 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 117590681 |
| WIKIDATA | Q94874541 |
| OEBL | oebl_M/Mueller_Georg_1840_1909 |
| OEML | musik_M/Mueller_Georg |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Name (alt) | Weber |
|---|---|
| Lebensdaten | 1851-nach 1890 |
| Beschreibung |
|
| GND | 130174343 |
| WIKIDATA | Q139175632 |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1832-1909 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 119343207 |
| WIKIDATA | Q84769 |
| PMB | 12809 |
| OEBL | oebl_S/Sonnenthal_Adolf_1832_1909 |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Name (alt) | Schwarz, Bertha |
|---|---|
| Lebensdaten | 1855-1947 |
| GND | 11617062X |
| WIKIDATA | Q72664 |
| PMB | 28968 |
| OEBL | oebl_S/Schwarz_Bertha_1855_1947 |
| OEML | musik_B/Bianchi_Bianca |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1833-1897 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 118514253 |
| WIKIDATA | Q7294 |
| PMB | 10989 |
| OEBL | oebl_B/Brahms_Johannes_1833_1897 |
| OEML | musik_B/Brahms_Johannes |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1841-1908 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 116458658 |
| WIKIDATA | Q86422 |
| PMB | 20640 |
| OEBL | oebl_L/Lucca_Pauline_1841_1908 |
| OEML | musik_L/Lucca_Pauline |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1810-1856 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 118611666 |
| WIKIDATA | Q7351 |
| PMB | 12733 |
| OEML | musik_S/Schumann_Ehepaar |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Name (alt) | Richter, Hanns |
|---|---|
| Lebensdaten | 1843-1916 |
| Beschreibung |
|
| GND | 118744984 |
| WIKIDATA | Q366147 |
| PMB | 12521 |
| OEBL | oebl_R/Richter_Hans_1843_1916 |
| OEML | musik_R/Richter_Familie_1 |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1830-1891 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 142636738 |
| WIKIDATA | Q1477117 |
| OEBL | oebl_S_42/Sulzer_Julius_1830_1891 |
| OEML | musik_S/Sulzer_Familie |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Name (alt) | Benzani |
|---|---|
| Lebensdaten | unbekannt |
| Beschreibung |
|
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | unbekannt (19. Jhdt.) |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Name (alt) | Susanne |
|---|---|
| Werk |
|
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1797-1828 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 118610961 |
| WIKIDATA | Q7312 |
| PMB | 12729 |
| OEBL | oebl_S/Schubert_Franz-Peter_1797_1828 |
| OEML | musik_S/Schubert_Brueder |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1835-1900 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 117065641 |
| WIKIDATA | Q337528 |
| PMB | 7998 |
| OEBL | oebl_J/Jahn_Wilhelm_1835_1900 |
| OEML | musik_J/Jahn_Wilhelm |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1849-1923 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 117278157 |
| WIKIDATA | Q59601995 |
| OEBL | oebl_S/Schittenhelm_Anton_1849_1923 |
| OEML | musik_S/Schittenhelm_Anton |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1852-1924 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 116888652 |
| WIKIDATA | Q78657 |
| PMB | 11533 |
| OEBL | oebl_G/Gruenfeld_Alfred_1852_1924 |
| OEML | musik_G/Gruenfeld_Brueder |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Name (alt) | Mozard |
|---|---|
| Lebensdaten | 1756-1791 |
| Beschreibung |
|
| GND | 118584596 |
| WIKIDATA | Q254 |
| PMB | 12303 |
| OEML | musik_M/Mozart_Familie |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Name (alt) | Chopin, Friedrich |
|---|---|
| Lebensdaten | 1810-1849 |
| Beschreibung |
|
| GND | 118520539 |
| WIKIDATA | Q1268 |
| PMB | 14959 |
| OEML | musik_C/Chopin_Frederic |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1816-1882 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 104066849 |
| WIKIDATA | Q19284530 |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | unbekannt (19. Jhdt.) |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1809-1847 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 118580779 |
| WIKIDATA | Q46096 |
| PMB | 12228 |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1837-1907 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 143894595 |
| WIKIDATA | Q794753 |
| OEBL | oebl_B/Bignio_Louis_1839_1907 |
| OEML | musik_B/Bignio_Louis_von |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1817-1902 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 1247451909 |
| WIKIDATA | Q114332698 |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1853-1894 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 116572280 |
| WIKIDATA | Q4526489 |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Name (alt) | Mayrhofer / Meyerhofer, Karl |
|---|---|
| Lebensdaten | 1828-1913 |
| Beschreibung |
|
| GND | 116964251 |
| WIKIDATA | Q55674938 |
| PMB | 115407 |
| OEBL | oebl_M/Maierhofer_Karl_1828_1913 |
| OEML | musik_M/Mayerhofer_Carl |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1770-1827 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 118508288 |
| WIKIDATA | Q255 |
| PMB | 10866 |
| OEBL | oebl_B/Beethoven_Ludwig-Van_1770_1827 |
| OEML | musik_B/Beethoven_Ludwig |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1773-1853 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 12989432X |
| WIKIDATA | Q57239 |
| PMB | 4132 |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Name (alt) | Hanslik, Hanns; Renatus |
|---|---|
| Lebensdaten | 1825-1904 |
| Beschreibung |
|
| GND | 118545825 |
| WIKIDATA | Q84246 |
| PMB | 11578 |
| OEBL | oebl_H/Hanslick_Eduard_1825_1904 |
| OEML | musik_H/Hanslick_Eduard |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1855-1900 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 117477168 |
| WIKIDATA | Q94762965 |
| PMB | 105191 |
| OEBL | oebl_S/Somer_Karl_1855_1900 |
| OEML | musik_S/Sommer_Karl |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1860-1940 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 116108886 |
| WIKIDATA | Q4085934 |
| PMB | 13933 |
| OEBL | oebl_B/Beeth_Lola_1860_1940 |
| OEML | musik_B/Beeth_Lola |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1843-1903 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 1012128008 |
| WIKIDATA | Q59601688 |
| PMB | 18578 |
| OEBL | oebl_H/Horwitz_Willibald_1843_1903 |
| OEML | musik_H/Horwitz_Willibald |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1850-1921 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 11603498X |
| WIKIDATA | Q71192 |
| PMB | 11857 |
| OEBL | oebl_K/Kalbeck_Max_1850_1921 |
| OEML | musik_K/Kalbeck_Max |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1767-1841 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 118749595 |
| WIKIDATA | Q213914 |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Name (alt) | Freigedank; Widmann |
|---|---|
| Lebensdaten | 1813-1883 |
| Beschreibung |
|
| GND | 118594117 |
| WIKIDATA | Q1511 |
| PMB | 13024 |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Lebensdaten | 1784-1859 |
|---|---|
| Beschreibung |
|
| GND | 118616366 |
| WIKIDATA | Q57226 |
| PMB | 9968 |
| OEML | musik_S/Spohr_Familie |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Land | DE, Germany |
|---|---|
| Typ | P, city, village,... |
| Geonames | 2950159 |
| GND | 4005728-8 |
| WIKIDATA | Q64 |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Alternativname | Ungarn |
|---|---|
| Land | HU, Hungary |
| Typ | A, country, state, region,... |
| Geonames | 719819 |
| GND | 4078541-5 |
| WIKIDATA | Q28 |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Alternativname | Klein-Paris |
|---|---|
| Land | DE, Germany |
| Typ | P, city, village,... |
| Geonames | 2879139 |
| GND | 4035206-7 |
| WIKIDATA | Q2079 |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Alternativname | Vienna; Vindobona |
|---|---|
| Land | AT, Austria |
| Typ | P, city, village,... |
| Geonames | 2761369 |
| GND | 4066009-6 |
| WIKIDATA | Q1741 |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| Alternativtitel | Der junge Siegfried; Sigfried |
| GND ID | 300170327 |
| WIKIDATA | Q333146 |
| Werkbezug | |
| Digitalisat | vorhanden |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| GND ID | 300026870 |
| WIKIDATA | Q210469 |
| Digitalisat | vorhanden |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| Alternativtitel | unklarer Bezug |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| Alternativtitel | unklarer Bezug |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| Alternativtitel | Die Nürnberger Puppe |
| GND ID | 300915640 |
| WIKIDATA | Q470612 |
| Digitalisat | vorhanden |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| Alternativtitel | Tarantella |
| Digitalisat | vorhanden |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| Alternativtitel | unklarer Bezug |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| Alternativtitel | Süße Liebe denkt in Tönen |
| Digitalisat | vorhanden |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| GND ID | 300145403 |
| WIKIDATA | Q999104 |
| Digitalisat | vorhanden |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| Alternativtitel | unklarer Bezug |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| Alternativtitel | Figaros Hochzeit; Figaro's Hochzeit; Die Hochzeit des Figaro |
| GND ID | 300109849 |
| WIKIDATA | Q201873 |
| Digitalisat | vorhanden |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| GND ID | 300026862 |
| WIKIDATA | Q163512 |
| Digitalisat | vorhanden |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| Alternativtitel | unklarer Bezug |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| GND ID | 300101821 |
| WIKIDATA | Q162898 |
| Digitalisat | vorhanden |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| Alternativtitel | unklarer Bezug |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| GND ID | 300025653 |
| Digitalisat | vorhanden |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| GND ID | 300025645 |
| Digitalisat | vorhanden |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
| Autor(en) | |
|---|---|
| Alternativtitel | Variationen über ein Mozart'sches Thema |
| Digitalisat | vorhanden |
| Überprüft | mehrfach |
| Weitere Details |
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